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Normen für Kabeltrassen: EN 61537 & VDE 0100
Kabeltragsysteme sind sicherheitsrelevante Bauteile. Damit Trassen über Jahrzehnte zuverlässig tragen und im Brandfall funktionieren, regeln mehrere Normen ihre Konstruktion, Prüfung und Installation. Die wichtigste ist DIN EN 61537.
DIN EN 61537 – die Produktnorm
DIN EN 61537 ist die zentrale europäische Norm für Kabelrinnen- und Kabelleitersysteme. Sie definiert Begriffe, Klassifizierungen sowie Anforderungen an mechanische Festigkeit, elektrische Eigenschaften und Korrosionsschutz. Hersteller weisen die Einhaltung über Typprüfungen nach, Planer können sich an den dort definierten Lastklassen orientieren.
DIN VDE 0100 – Errichtung elektrischer Anlagen
Während EN 61537 das Produkt regelt, behandelt DIN VDE 0100 die Errichtung. Hier finden sich u. a. Vorgaben zu Mindestabständen, Schutz gegen mechanische Beanspruchung und Anforderungen an Verlegesysteme.
Korrosionsschutzklassen
Die Wahl des Materials richtet sich nach der Korrosionsschutzklasse der Umgebung (DIN EN ISO 12944). C1/C2 deckt trockene Innenbereiche ab, C3 Industriebereiche, C4/C5 aggressive oder maritime Umgebungen. Sendzimirverzinkung, Feuerverzinkung und Edelstahl decken jeweils unterschiedliche Klassen ab.
Brandschutz und Funktionserhalt
Für sicherheitsrelevante Kabel gelten DIN 4102-12 (Funktionserhalt E30/E60/E90) und MLAR (Muster-Leitungsanlagen-Richtlinie). Auch die Brandabschottung an Wand- und Deckendurchführungen ist normativ geregelt.
Was bei der Abnahme dokumentiert wird
Bei der Abnahme einer Kabeltrasse wird üblicherweise dokumentiert: verwendetes System inkl. Hersteller, Lastannahmen, Befestigungsmittel, Brandschotts und ggf. Erdung. Diese Dokumentation ist Pflichtbestandteil der Übergabe an den Betreiber.